Lotte Hering

Lotte Hering, Tag- und Nachtlandschaft, Aquarell auf Büttenpapier 30 x 40 cm - Galerie Alte Schule

In unserer Ausstellung 24-2 zeigen wir Ihnen Arbeiten auf Papier von Lotte Hering (1926 – 2016) aus über dreißig Jahren ihres Schaffens. Die Ausstellung wird von Juni bis August zu unseren neuen Öffnungszeiten in unserer Präsenzausstellung und im Ausstellungskatalog zu sehen sein.

Arbeiten aus drei Jahrzehnten

Lotte Hering, Der Blumenengel, Aquarell auf Karton 32 x 24 cm - Galerie Alte Schule
Der Blumenengel

Die Galerie Alte Schule zeigt Ihnen eine Auswahl aus verschiedenen Schaffensperioden von Lotte Hering, in denen verschiedene Kunsttechniken sichtbar von der Künstlerin bevorzugt wurden. Es entstanden dabei kleinere Serien in Aquarell, wie die Engel oder die Serie mit Clowns etwa, aus denen wir Ihnen Auszüge präsentieren.

Lotte Hering, Kalligraphie, weiße Tusche und Deckweiß auf schwarzem Tonkarton 32 x 25 cm - Galerie Alte Schule
Kalligraphie

Weiter sehen Sie Kaltnadel-Radierungen, Tuschezeichnungen und eine ihrer schönen Kalligraphien als Beispiel. Für die Kalligraphien wollen wir später einmal eine gesonderte Ausstellung ausrichten.

Lotte Hering, Schwebebahn in Wuppertal, Radierung, gedruckt in Sepia auf Bütten 20,5 x 15 cm, Version 3-1 - Galerie Alte Schule.
Schwebebahn in Wuppertal

Bemerkenswert ist ihr Einsatz von Farbe, die sie stets zurückhaltend, zuweilen aber auch energisch einzusetzen wusste. Harten Schwarzweisskontrasten in ihren Grafiken stehen weiche, traumartig-zarte Aquarellfarben in ihrer Malerei entgegen.

Lotte Hering, Vollmondnacht, Aquarell auf Bütten 31,7 x 24 cm - Galerie Alte Schule
Vollmondnacht

Besondere Motive sind Ihre Traumbilder, wie wir sie nennen, in denen Kindheitsträume und -wünsche dargestellt zu sein scheinen.

Titel und Werkverzeichnis-Bezeichnungen

Die Künstlerin vergab wenige feststehenden Titel. Diese Ausnahmen sind mittels flüchtiger Bleistiftangaben auf wenigen Arbeiten verso oder auf Passepartouts ausgeführt. Aus ihren selbsterstellten Ausstellungskatalogen ist zu entnehmen, daß sie ihren Werken in verschiedenen Präsentationen teilweise unterschiedliche Titel mitgab. Die Werktitel scheinen in der Mehrzahl nur als unterscheidbare Bezeichnung der Arbeit als solche gedient zu haben. In diesem Sinn haben wir fehlende Werktitel zugeschrieben, die die jeweiligen Werkinhalte beschreiben sollen.

Provenienz der Werke

Die Galerie Alte Schule zeigt Ihnen eine Auswahl der Arbeiten, die nach dem Tod der Künstlerin 2016 als Konvolut in das Eigentum ihrer Erbengemeinschaft gingen. Der größere Teil der ausgestellten Arbeiten wird zum Verkauf angeboten. Ein kleinerer Teil der gezeigten Bilder ist in Privatbesitz aus Privatsammlungen und kann in der Präsenzausstellung besichtigt werden.

Über Lotte Hering

Lotte Hering, Selbstportrait, Vorarbeit zu einem Gemälde, Graphit auf Papier 35 x 27 cm, quadriert - Galerie Alte Schule
Lotte Hering (1980)

Lotte Hering (1926 – 2016), väterlicherseits aus Jena stammend, verbrachte ihr ganzes Leben in Wuppertal-Barmen. Sie war eine an vielerlei Techniken interessierte Künstlerin. Neben der in ihrem Werk stark vertretenen Aquarellmalerei arbeitete sie mit Kalligraphie, verschiedenen Drucktechniken, Zeichnungen und Ölmalerei. Als unverheiratete, aufgeschlossene, moderne Frau, die sich erst in ihren mittleren Lebensjahren von Familienpflichten etablieren konnte, ging sie erfolgreich ihrer Berufsarbeit als Sonderschullehrerin und ihrer eigentlichen Profession, der Kunst, mit bemerkenswertem Engagement nach. Sie hinterließ über 1.000 Arbeiten in den unterschiedlichsten Kunsttechniken, von denen wir nur einen geringen Teil zeigen können. Diese Arbeiten erstellte sie vorwiegend für sich selbst: Nur wenige Ausstellungen im Freundeskreis und bei Kunstvereinen sind bekannt. Ihre selbstkritische Haltung zu ihrem eigenen Werk verhinderte es, dass ihre bemerkenswerte Arbeit zu ihrer Lebenszeit angemessen gewürdigt wurde. Stets bereit, sich und die eigenen Ausdrucksmittel zu hinterfragen, bildete sie sich fortwährend künstlerisch weiter. Über Jahrzehnte, bis in ihr hohes Lebensalter, nahm sie an den Sommerkursen eines Privatinstituts in Goslar teil. Sie unternahm Studienreisen, war belesen, führte Reisetagebücher und blieb in vielerlei Richtungen interessiert. Eine moderne, gebildete Frau, die große Teile ihrer lebenslangen Wohnung und ihrer Zeit für ihre künstlerische Arbeit nutzte.